Bischöfe würdigen Lackner zu 70. Geburtstag als Brückenbauer

Der Salzburger Erzbischof und Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Franz Lackner, feiert am Dienstag (14. Juli) seinen 70. Geburtstag. Der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer würdigte aus diesem Anlass den Jubilar im Namen der österreichischen Bischöfe in einem Gratulationsschreiben als bescheidenen und dialogorientierten Kirchenmann und dankte ihm zugleich für seine erneute Bereitschaft, den Vorsitz der Bischofskonferenz zu übernehmen. Lackner war 2020 erstmals in dieses Amt gewählt und im Juni 2026 für eine weitere Amtszeit bestätigt worden; Bischof Scheuer ist sein Stellvertreter.
In seinem Gratulationsschreiben würdigt Scheuer Lackner als dienstorientierten Kirchenmann. "Lieber Erzbischof Franz! Ich danke Dir, dass Du es Dir antust, Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz zu sein. Vergnügungssteuerpflichtig ist das ja sicher nicht und für die Selbstoptimierung ist diese Aufgabe auch nicht geeignet." Und weiter: "Vergelt's Gott für Dein Zeugnis, für Dein Wirken, für Deine Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit, für Dein Zuhören und Beten, für Deine Fragen und für Dein Insistieren, für Dein Aushalten unserer Schwächen und Mängel. Du nimmst mit auf den Weg zu Gott."
Besonders prägend seien laut Scheuer Lackners Herkunft und beruflicher Werdegang als Elektriker, Handwerker und Berufssoldat. Diese Erfahrungen hätten ihn geerdet und ein Amtsverständnis als Dienst gefördert. Klerikale Selbstdarstellung sei ihm fremd, zugleich zeichne ihn eine große Nähe zu den Menschen aus, so der Linzer Bischof.
Als Vorsitzender der Bischofskonferenz setze sich Lackner für den synodalen Weg der Kirche ein und suche den Dialog mit Menschen aller Generationen: "Er brennt für den synodalen Weg der Kirche und müht sich in vielen Gesprächen und Begegnungen um das persönliche Gegenüber jeden Alters. Und er überrascht mit seinem Humor." Auch sein Humor trage dazu bei, in den Beratungen der Bischöfe eine offene Gesprächsatmosphäre zu schaffen, so Scheuer. Überdies würdigt Scheuer den Salzburger Erzbischof als philosophisch geprägten Denker mit Freude an Diskussion und kritischer Auseinandersetzung.
Landesspitzen danken Lackner
Auch aus der Politik kamen Glückwünsche. In der aktuellen Ausgabe des Salzburger "Rupertusblattes" haben die Salzburger Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle dem Erzbischof ebenfalls zum Geburtstag gratuliert. - Zur Erzdiözese Salzburg gehört neben dem Bundesland Salzburg auch der östliche Teil Tirols.
Edtstadler hält in Richtung des Jubilars fest: "Du verbindest wie kaum ein anderer Klarheit mit Menschlichkeit, Bodenständigkeit mit geistiger Tiefe und bist für viele Menschen ein verlässlicher Orientierungspunkt." Für die wertschätzende Zusammenarbeit und die vielen persönlichen Gespräche wolle sie Erzbischof Lackner aufrichtig danken, so Edtstadler. Nachsatz: "Ich wünsche dir Gottes reichen Segen, Gesundheit und dass du dir deine Zuversicht und deinen feinen Humor noch lange bewahrst."
"70 Jahre Erzbischof Franz Lackner bedeuten auch viele Jahre segensreiches Wirken für Land und Leute", schreibt Landeshauptmann Mattle. Lackner sei ein Seelsorger, "der im franziskanischen Geist auf die Menschen zugeht, Glaube mit Herzlichkeit vorlebt und Impulse in herausfordernden Zeiten setzt".
Erzbischof Franz Lackner
Franz Lackner wurde am 14. Juli 1956 als Anton Lackner in Feldbach geboren und stammt aus dem südoststeirischen Dorf St. Anna am Aigen. Lackner wuchs in kleinbäuerlichen Verhältnissen auf und begann nach der Pflichtschule eine Lehre als Elektriker. Er trat 1979 in das Aufbaugymnasium Horn ein. 1984 folgte der Eintritt in den Franziskanerorden. Er nahm den Ordensnamen seines Ordensgründers (Franz von Assisi) an und legte 1989 als Franz Lackner die Ewige Profess ab. 1991 wurde er zum Priester geweiht. Nach dem Doktorat an der päpstlichen Universität Antonianium des Franziskanerordens in Rom unterrichtete der Steirer dort Metaphysik, bis er 1999 zum Provinzial der Franziskanerprovinz von Wien berufen wurde. Im selben Jahr erfolgte der Lehrauftrag in Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Heiligenkreuz.
Im Oktober 2002 wurde Franz Lackner zum Weihbischof der Diözese Graz-Seckau ernannt und am 8. Dezember 2002 zum Bischof geweiht. Sein Wahlspruch lautet: "Illum oportet crescere - Er [Christus] muss wachsen" (Joh. 3, 30). Am 10. November 2013 wählte das Dom- und Metropolitankapitel zu Salzburg Franz Lackner zum Erzbischof von Salzburg. Papst Franziskus bestätigte die Wahl am 18. November 2013. Am 12. Jänner 2014 übergab der emeritierte Erzbischof Alois Kothgasser bei der Amtseinführung im Salzburger Dom den Hirtenstab an seinen Nachfolger. Seit 2020 ist Lackner Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz und wurde im Juni 2026 wiedergewählt.
Steirische Bischöfe gratulieren
Unter die Gratulanten hatten sich schon am Samstag die steirischen Bischöfe im Rahmen einer Feier mit dem Jubilar in dessen Heimatgemeinde im oststeirischen St. Anna/Aigen eingereiht. Der steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl verwies in seiner Laudatio auf Erzbischof Lackners kirchliches Idol: "Bei den Feiern rund um Deinen Geburtstag wird sicher deutlich, wie sehr Gott mit Dir unterwegs war und nach wie vor ist. Was kein Wunder ist bei einem 'Fan' und franziskanischem Nachfolger von Johannes Duns Scotus, der als höchstes Gut benannte, Gott zu lieben. Wer dies wie Du macht, darf sich Gottes Begleitung sicher sein." Der Grazer Bischof wünschte dem Jubilar viele segensreiche weitere Jahre und überreichte dem bekennenden Sturm-Fan Lackner zusammen mit Sturm-Präsident Christian Jauk ein Sturm-Trainingsoutfit.
Der emeritierte steirische Diözesanbischof Egon Kapellari wandte sich per Brief an den Jubilar: "Ich gratuliere von Herzen, weil unsere Lebenswege auf besondere Weise verbunden, ja verschränkt sind", so der Bischof, der Franz Lackner 2002 zum Auxiliarbischof weihte. Den guten Wünschen schloss sich der steirische Weihbischof Johannes Freitag an: "Ich danke Erzbischof Franz, dass er seinen Wurzeln treu geblieben ist und den Menschen auf Augenhöhe und mit menschlichem Respekt begegnet - unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Stand oder ihrer Bedeutung. Für die nächsten Lebensjahre wünsche ich ihm Pax et Bonum (Frieden und Gutes)."
Quelle: kathpress (13.07.2026)





