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Sarajewo: Bischöfe gedenken der "Drina-Märtyrerinnen" 

Festlicher Gottsdienst im Rahmen der Vollversammlung der heimischen Bischofskonferenz in Sarajewo im Heiligtum der "Drina-Märtyrerinnen"

 

Die österreichischen Bischöfe haben in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo der "Drina-Märtyrerinnen" gedacht. Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes am Mittwochabend in der Kirche der Töchter der göttlichen Liebe verharrten die Bischöfe im stillen Gebet vor der Gedenkstelle für jene fünf seligen Ordensfrauen, die 1941 in Bosnien ihren Dienst für Gott und die Mitmenschen mit dem Leben bezahlen mussten.

 

Berchmana Leidenix, Jula Ivanisevic, Krizina Bojanc, Antonija Fabjan und Bernadeta Banya waren im Dezember 1941 von serbischen Tschetniks in Pale bei Sarajewo gefangengenommen und ermordet worden. Sie gehörten der "Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe" an. Eine der fünf - Sr. Berchmana - stammte aus Enzersdorf an der Fischa östlich von Wien. Sie wirkte 58 Jahre als Ordensschwester in Bosnien.

 

Im Zweiten Weltkrieg drohten die Schwestern zwischen die Fronten zu kommen: Tito-Partisanen, Tschetniks und die deutsche Wehrmacht bekämpften einander. Die Schwestern weigerten sich aber, Pale zu verlassen. Am 11. Dezember 1941 wurden die fünf Ordensfrauen schließlich von Tschetniks verschleppt. Sr. Jula, Sr. Krizina, Sr. Antonija und Sr. Bernadeta wurden wenige Tage später in der Stadt Gorazde am Fluss Drina ermordet, nachdem sie sich gegen ihre Vergewaltigung gewehrt hatten. Sr. Berchmana, damals bereits 76 Jahre alt, war zuvor von ihren Mitschwestern getrennt worden, wurde aber kurze Zeit darauf ebenfalls hingerichtet.

 

Die fünf Ordensfrauen wurden am 24. September 2011 selig gesprochen. Das Heiligtum der "Drina-Märtyrerinnen" in Sarajewo ist für viele Gäubige ein wichtiges spirituelles Zentrum.

 

Orden in Wien gegründet

 

Die "Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe" wurde 1868 in Wien von Franziska Lechner gegründet. Die Lehrerin kam von Bayern nach Wien mit dem Wunsch, eine Ordensgemeinschaft zu gründen, die den Nöten der damaligen Zeit abhelfen konnte. Die Ordenschwestern kümmerten sich bald in zahlreichen Einrichtungen um arme junge Mädchen. Sie eröffneten Schulen und Internate und halfen dann den jungen Frauen bei der Arbeitssuche.

 

Der Orden verbreitete sich bald in den Ländern der damaligen Habsburger-Monarchie. 1882 gingen die ersten Schwestern nach Bosnien. Sie eröffneten an verschiedenen Orten u. a. Schulen und Waisenhäuser. Diese standen Katholiken, Orthodoxen und Muslimen gleichermaßen offen.

 

Heute gibt es rund 1.160 "Töchter der göttlichen Liebe", die in 19 Ländern weltweit wirken: Von Österreich über Brasilien, die USA, Polen, Ukraine, den Balkanstaaten bis nach Uganda. In Sarajewo führt die dortige Erzdiözese im Haus und mit Hilfe der Schwestern die "Europaschule", ein Schulzentrum mit Internat für Jugendliche aller Nationalitäten und Bekenntnisse.

 

Schwarz würdigt "Europaschule"

 

Dem Gottesdienst am Mittwochabend stand der Kärntner Bischof Alois Schwarz vor. Konzelebranten waren Kardinal Christoph Schönborn, der Erzbischof von Sarajewo Kardinal Vinko Puljic und der Salzburger Erzbischof Franz Lackner. Schwarz würdigte in seiner Predigt u.a. das Wirken der "Drina-Märtyrerinenn". Sie hätten Gewissheit gehabt, "wofür es sich lohnt zu leben aber auch zu sterben", so der Bischof.

 

Lobende Worte fand Schwarz auch für die "Europaschule". Es sei ein großes Geschenk, dass in dieser Schule Katholiken, Orthodoxe und Mulime gemeinsam unterrichtet und miteinander leben würden. Wer durch diese Schule geht, werde auch danach gut miteinander leben können, zeigte sich Schwarz übrzeugt.

 

Der Kärntner Bischof zitierte Papst Fraziskus, wonach es ein ganzes Dorf brauche, um ein Kind zu erziehen. "Diese Schule ist ein ganzes Dorf in der Stadt Sarajewo", so Schwarz wörtlich. Die Bischöfe hatten vor dem Gottesdienst der Europaschule bzw. den Schülern und Lehrern einen Besuch abgestattet.

 

 

Quelle: kathpress

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