"Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"

Die Österreichische Bischofskonferenz unterstützt die Haltung von Papst Leo XIV. zur Piusbruderschaft und hat deren unerlaubte Bischofsweihen verurteilt. "Durch diesen Akt des Ungehorsams haben sich sowohl die Spender als auch die Empfänger der Weihe selbst exkommuniziert und einen schismatischen Akt gesetzt", hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner am Mittwoch in einer Stellungnahme festgehalten. Gleichzeitig betont der Bischofskonferenz-Vorsitzende die Bedeutung der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils und die notwendige Einheit mit dem Papst. Kurz zuvor sind im schweizerischen Écône im Wallis von der Piusbruderschaft vier Männer unerlaubt zu Bischöfen geweiht worden. Kathpress dokumentiert die Stellungnahme wie folgt im Wortlaut:
Stellungnahme des Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz zu den Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X.
Diesen Montag noch hat Papst Leo XIV. einen Brief an den Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Davide Pagliarani, gerichtet. Darin hat er "die Liebe zu Liturgie, den Einsatz in der Priesterausbildung, den apostolischen Eifer und das Streben nach Treue zur Tradition" ausdrücklich gewürdigt. Zugleich hat er die Verantwortlichen der Piusbruderschaft zur Umkehr aufgerufen. Das "Zerreißen des nahtlosen Gewandes Christi" sei eine schwere Sünde.
Diese Mahnung des Papstes ist offensichtlich ohne Resonanz geblieben. Heute, am 1. Juli 2026, haben die beiden Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X, Bernard Fellay und Alfonso de Gallereta, ohne apostolisches Mandat vier Kandidaten zu Bischöfen geweiht. Durch diesen Akt des Ungehorsams haben sich sowohl die Spender als auch die Empfänger der Weihe selbst exkommuniziert und einen schismatischen Akt gesetzt. Jedes Schisma ist für den Papst, dem die Sorge um die Einheit der Kirche obliegt, und für die Kirche weltweit schmerzlich, zugleich ist nun ein Schlusspunkt hinter eine jahrzehntelange Konfliktgeschichte zwischen Rom und der Piusbruderschaft gesetzt worden.
Als Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz unterstütze ich die Haltung von Papst Leo XIV. Es ist zu bedauern, dass trotz vatikanischer Gesprächsangebote und päpstlicher Mahnung durch die unerlaubte Bischofsweihe ein schismatischer Akt gesetzt wurde. Es ist aber auch hervorzuheben, dass die Piusbruderschaft zentrale Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils hartnäckig ablehnt - Reformen, die auch für die Katholische Kirche in Österreich wegweisende Funktion gehabt haben und immer noch haben. Keiner will hinter die ökumenische Öffnung zu den nichtkatholischen Kirchen zurück, das erneuerte Verhältnis zum Judentum infrage stellen oder andere Religionen pauschal als falsch abwerten. Auch die Anerkennung der Religions- und Gewissensfreiheit ist für das Verhältnis der Katholischen Kirche zum liberalen demokratischen Rechtsstaat unhintergehbar.
Ob diese Lehrdifferenzen im Blick auf die Konzilsreformen in Gesprächen geklärt werden können und das eingetretene Schisma geheilt werden kann, ist momentan unsicherer denn je. Den Verantwortlichen der Priesterbruderschaft St. Pius X. möge klar werden, dass es ohne die Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Katholischen Kirche geben kann. Das hat Papst Pius IX. durch ein Wort des hl. Ambrosius von Mailand in Erinnerung gerufen: "Ubi Petrus, ibi ecclesia - wo Petrus ist, dort ist die Kirche."
Quelle: kathpress (01.07.2026)





