Bischöfe an Verantwortungsträger: Papst-Enzyklika lesen und handeln

Mariazell, 10.06.2026 (KAP) Österreichs Bischöfe haben zum Abschluss ihrer Sommervollversammlung in Mariazell die Verantwortungsträger in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aufgerufen, gemeinsam mit Betroffenen und Interessierten die Inhalte der Sozialenzyklika "Magnifica humanitas" von Papst Leo zu reflektieren und umzusetzen. "Aus Worten müssen Taten erwachsen, die auf das weltweite Wohl aller gerichtet sind", halten die Bischöfe wörtlich fest.
Über dem gesamten Dokument stehe ein Leitwort, das alles zusammenfasst: In der Zeit der Künstlichen Intelligenz habe man die "dringende Pflicht, zutiefst menschlich zu bleiben". Gerade weil es die Reichen und Mächtigen sind, die KI-Systeme entwickeln und zu ihrem Vorteil einsetzen, brauche es die vom Papst eingemahnte Perspektive der Armen, Schwachen und Benachteiligten. So werde "Magnifica humanitas" zu einem geistlichen und kulturellen Weckruf, betonen die Bischöfe und sie halten weiter fest: "Die Zukunft entscheidet sich nicht an der Leistungsfähigkeit unserer Systeme, sondern daran, ob wir Verantwortung übernehmen - für den Menschen und für eine Kultur der Begegnung, der Liebe und des Friedens."
Eindringlich appelliere der Papst dafür, dass die Künstliche Intelligenz entwaffnet werden muss. "Entwaffnen" bedeute für Leo: "befreit von Logiken, die sie zu einem Instrument der Herrschaft, der Ausgrenzung und des Todes machen. Entscheidungen über Technologie dürfen niemals von Gewissen und Verantwortung getrennt werden." Wobei dem Papst eine Entwaffnung nicht reiche, wie die Bischöfe betonen. Vielmehr müsse es auch um den Aufbau einer "Zivilisation der Liebe" gehen.
Die Bischöfe weisen in ihrer Erklärung auch darauf hin, dass sie auch für ihren Bereich dem Thema KI entsprechende Aufmerksamkeit widmen. So habe die Bischofskonferenz bereits im November 2025 eine Arbeitsgruppe zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz im kirchlichen Bereich eingesetzt. Geleitet wird die interdisziplinär zusammengesetzte Gruppe vom Innsbrucker Bischof Hermann Glettler. Sie soll juristische wie ethische Fragestellungen sowie praktische Anwendungsperspektiven für die Kirche bearbeiten und erste Ergebnisse schon bei der nächsten Vollversammlung der Bischofskonferenz im Herbst vorlegen.
Quelle: Kathpress





