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Lackner: Bleiben im Gespräch mit allen politischen Parteien

Wiedergewählter Vorsitzender der Bischofskonferenz, Erzbischof Lackner, und sein Stellvertreter Bischof Scheuer, im Kathpress-Interview über besorgniserregende gesellschaftliche Entwicklungen, gesellschaftliche Bedeutung des ORF und verständlichen Wunsch nach Karfreitag als Feiertag für alle

Vollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell (8.-10. Juni 2026)

 

Erzbischof Franz Lackner (69) wurde am Dienstag bei der Sommervollversammlung der Bischofskonferenz erneut zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Auch der Linzer Bischof Manfred Scheuer (70) wurde als Stellvertretender Vorsitzenden der Bischofskonferenz wiedergewählt. Unmittelbar nach der Wahl betonten die beiden im Gespräch mit Kathpress und weiteren Medien, dass sie innerkirchlich den Weg der Synodalität nach Kräften beibehalten und die Stimme der Katholische Kirche im gesellschaftspolitischen Diskurs zur Geltung bringen wollen. Beide sprachen sich dafür aus, das Gespräch mit allen politischen Parteien zu suchen, und unterstrichen die gesellschaftliche Bedeutung des ORF. Eine Frau als Generalsekretärin der Bischofskonferenz ist für Lackner künftig vorstellbar.

 

Aufgabe der Kirche sei es, die Gottesfrage zu stellen, die Menschen von heute mit Gott in Verbindung zu bringen und Orientierung zu bieten. Ein gesellschaftspolitisches Thema, das Lackner besonders am Herzen liegt, ist neben dem Einsatz für die Armen und Ausgegrenzten und den Frieden auch der Schutz des Lebens vom Anfang bis zum Ende.

 

Scheuer betonte u.a. die besorgniserregende Entwicklung, dass immer mehr Menschen - jung und alt - unter Einsamkeit leiden würden. Auch psychische Erkrankungen seien im Steigen, warnte der Linzer Bischof.

 

Das Gespräch mit den politischen Parteien wollen die beiden Vorsitzenden auch in Zukunft pflegen. Grundsätzlich mit allen Parteien, wie sie auf Anfrage betonten; auch mit der FPÖ. Nachsatz von Lackner: "Gespräche haben aber auch Grenzen."

 

Übereinstimmend unterstrichen Lackner und Scheuer die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Für die Gesellschaft und eine funktionierende Demokratie sei dies essenziell, zeigte sich die beiden Bischöfe überzeugt. Von einem öffentlich-rechtlichen Medienunternehmen wie dem ORF sei vor allem Neutralität und Parteilosigkeit zu erwarten, so Lackner. Scheuer sprach etwa von "Fakten statt Fake", brach eine Lanze für einen Journalismus, der der Suche nach der Wahrheit verpflichtet und auf das Gemeinwohl ausgerichtet sei.

 

Karfreitag als Feiertag

 

Angesprochen auf das anstehende Volksbegehren, das den Karfreitag als Feiertag für alle fordert, zeigte Bischof Scheuer Verständnis und sagte: "Grundsätzlich unterstützen wir dieses Anliegen eines gemeinsamen Feiertages für alle." Er habe in den vergangenen Jahren nur allzu deutlich mitbekommen, wie sehr die Abschaffung des Karfreitags als Feiertag die evangelischen Christinnen und Christen in Österreich schmerzt. Scheuer sprach von einer "tiefen Wunde", er könne das Anliegen hinter dem Volksbegehren nur unterstützen. Freilich sei die Frage äußerst komplex und betreffe viele Akteure der Gesellschaft wie auch die Politik.

 

Wichtig sei ihm jedenfalls, dass die Debatte sich nicht nur auf den Karfreitag als einen freien Tag beschränken darf. Es komme vor allem auf den religiösen Inhalt an. Ostern und die Auferstehung sind ohne den Karfreitag nicht denkbar, "in dem Gott sich als Liebe erweist". Gott schenke gerade auch den Leidenden Würde, Leben, Zukunft und Hoffnung.

 

Synodalität bleibt Hauptaufgabe

 

Den von Papst Franziskus (2013-2025) angestoßenen Weg der verstärkten Synodalität in der Katholischen Kirche wollen die beiden Bischöfe unvermindert weitergehen. Synodalität sei bisher "erstaunlich gut in der Kirche in Österreich angekommen", resümierte Erzbischof Lackner den bisherigen Prozess. Die Phase der Unterscheidung stehe noch an, räumte Lackner ein. Auch auf Österreichebene wollen sich die Bischöfe dem Thema weiter annehmen, kündigte der Bischofskonferenz-Vorsitzende an; u.a. mit einem Studientag bei der Sommervollversammlung im Frühjahr 2027 in Mariazell und einer größeren Versammlung bei der Herbstvollversammlung 2027 in Wien.

 

Am Montag war die Bischofskonferenz in Mariazell zu einem Austausch mit den Spitzenvertreterinnen und -vertretern der Österreichischen Ordenskonferenz zusammengetroffen. Lackner bilanzierte sehr positiv zu den vielen gemeinsamen Themen und Anliegen. Zugleich wolle man die Zusammenarbeit noch intensivieren.

 

Darauf angesprochen, dass es in einigen Bischofskonferenzen auch Frauen als Generalsekretärinnen gibt bzw. männliche Laien das Amt ausüben, hielt Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter Schipka fest, dass dies auch in Österreich grundsätzlich möglich wäre. Notwendig wäre aber eine Änderung des Statuts der österreichischen Bischofskonferenz, wonach derzeit nur ein Priester dieses Amt ausüben kann. Auf die Frage, ob etwas gegen eine Statutenänderung spreche, antwortete der Salzburger Erzbischof schlicht mit "Nein".

 

Aufgaben des Vorsitzenden

 

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz ist kirchenrechtlich gesehen kein "Oberbischof" und hat daher auch keine Befugnisse, in die vom Kirchenrecht klar geregelten und sehr umfassenden Kompetenz der Diözesanbischöfe einzugreifen. Formal ist er nur ein auf sechs Jahre gewählter Vorsitzender eines Gremiums, das relativ wenige Eigenkompetenzen hat. Freiwillig und somit einstimmig können die Diözesanbischöfe jedoch die Themenbereiche ausdehnen, die sie österreichweit verbindlich regeln wollen, was auch immer wieder geschieht.

 

Der Vorsitzende leitet laut Statut die Vollversammlung der Bischofskonferenz, die er zuvor einberufen und mit Unterstützung des Generalsekretärs vorbereitet hat. Seine Aufgabe ist nach innen mehr die eines Moderators unter den Bischöfen, gleichzeitig ist er nach außen Stimme und Gesicht des österreichischen Episkopats. Weil zu seinen Kompetenzen auch die Beziehungen zwischen Kirche und Staat gehören, hat der jeweilige Vorsitzende der Bischofskonferenz real ein großes Gewicht in der österreichischen Kirche.

 

Das wiedergewählte Führungsduo Lackner-Scheuer steht für die nächsten sechs Jahre an der Spitze des heimischen Episkopats.

 

 

Quelle: kathpress (09.06.2026)

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Am 24. Jänner 2026 wurde Josef Grünwidl zum neuen Erzbischof von Wien geweiht und in sein Amt eingeführt.

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Aktuelle Veröffentlichungen

 

  • Leben schützen - 50 Jahre nach Beschluss der Fristenregelung (28. November 2023)
  • Nationale Synthese zum Synodalen Prozess (21. September 2022)
  • Appell der Österreichischen Bischofskonferenz zur Aufnahme von Geflüchteten (22. Dezember 2021)
  • "Schützen. Heilen. Versöhnen." - Erklärung zur Debatte um eine temporäre Impfpflicht (7. Dezember 2021)
  • Stellungnahme zum Sterbeverfügungsgesetz (12. November 2021)
  • Einladendes Wort der Bischöfe zum synodalen Prozess (Oktober 2021)
  • Assistenz zum Leben und nicht Hilfe zur Selbsttötung (Juni 2021)

 

Presseerklärungen

 

Hier finden Sie die Presseerklärungen der Vollversammlungen der Bischofskonferenz seit 1991 im Wortlaut.

 

 Zu den Erklärungen

 

 

Nachrichten

 

Neues auf katholisch.at

  • Lackner: Bleiben im Gespräch mit allen politischen Parteien
  • Van der Bellen gratuliert Lackner zur Wiederwahl
  • Erzdiözese Salzburg: Institutionen vereinbaren Schutz von Kulturgütern
  • Telefonseelsorge Graz: Amoklauf-Jahrestag soll Betroffenen gehören
  • St. Lambrecht begeht Stiftertag im Zeichen des 950-Jahr-Jubiläums

 

Finanko - Ethische Geldanlagen

 

Der verantwortungsvolle Umgang mit Geld ist für Mission und Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche eine selbstverständliche Verpflichtung aus dem Evangelium. Ausdruck davon ist die 2017 von der Österreichischen Bischofskonferenz beschlossene

„Richtlinie Ethische Geldanlagen“ (FinAnKo).

 

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Austrian report on the preparation of the Instrumentum Laboris for the second Synod Assembly in October 2024

 

Relazione dell'Austria per la preparazione dell'Instrumentum Laboris per la seconda Assemblea sinodale dell'ottobre 2024

 



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