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"Stopp dem Krieg!"- Bischöfe fordern Frieden im Nahen Osten

Erklärung zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz zum Nahostkrieg, Christenverfolgung, Kinder, Armut und Religionsunterricht - Bischofskonferenzvorsitzender Erzbischof Lackner sieht Bewegung in Frauenfrage, spricht von "organischem Wandlungsprozess" und ist zugleich offen für "Überraschungen des Heiligen Geistes"

Vollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz (St. Johann b. Herberstein, 9. bis 12. 3.2026)

 

Österreichs Bischöfe sind erschüttert über das Leid, das der Iran-Krieg für den Nahen Osten und die Region der Golfstaaten gebracht hat. Sie warnen in einer Erklärung zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung in St. Johann bei Herberstein vor einem noch größeren Flächenbrand, wenn die Kampfhandlungen nicht bald ein Ende nehmen. "Stopp dem Krieg!" lautet demgemäß auch der Aufruf der Bischöfe.

 

"Alle Menschen im Nahen Osten haben ein Recht auf ein Leben in Frieden, Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit und in Achtung ihrer unveräußerlichen Würde", so die Bischöfe wörtlich. Der Weg dorthin sei möglich, jeder Krieg hingegen ein schwerer Rückschlag. "Krieg allein ist keine Lösung und kann keine Demokratie herstellen, sondern er legt meist die Saat für noch größeren Hass und neue Gewalt", heißt es in der Erklärung wörtlich.

 

Bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Bischofskonferenzvollversammlung am Freitag in Wien betonte Erzbischof Franz Lackner, dass neben dem Krieg im Nahen Osten auch andere Kriege und Konflikte nicht vergessen werden dürften. So wüte etwa der Krieg gegen die Ukraine nun schon seit mehr als vier Jahren. "Er ist und bleibt ein großes Unrecht, ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht", so der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Lackner wörtlich: "Dieser Krieg darf nicht in Vergessenheit geraten! Ziel muss ein gerechter und dauerhafter Friede sein."

 

Mehr Bewusstsein für Christenverfolgung

 

Die Bischöfe hatten sich am Montag zum Auftakt ihrer Beratungen in St. Johann bei Herberstein im Rahmen eines Studientages intensiv mit dem Thema Christenverfolgung auseinandergesetzt. Sie mahnen nun in einer weiteren Erklärung mehr Solidarität mit verfolgten und diskriminierten Christen weltweit ein. Ihre Forderung richtet sich sowohl an die Politik, wie auch an Verantwortliche in Kirche, Religionen und Gesellschaft.

 

Eingehende Analysen zeigten, dass das Ausmaß der Verfolgung und Diskriminierung von Christinnen und Christen in vielen Ländern zugenommen habe. Die Bischöfe greifen darin auch die von Papst Leo XIV. zuletzt verwendete Zahl von 380 Mio. betroffenen Christinnen und Christen weltweit auf. Das Unrecht zu benennen, sei der erste Schritt, um es zu überwinden, so die Bischöfe. Gefordert seien das Gebet und konkrete Unterstützung, etwa durch Hilfswerke und Projekte für verfolgte Christen. Es brauche mehr Bewusstsein für dieses globale Problem.

 

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Warnung vor "demografischem Winter"

 

Angesichts sinkender Geburtenzahlen, Vereinsamung und einem drohenden "demografischen Winter" rufen die katholischen Bischöfe in einer weiteren Erklärung zu verstärkter Unterstützung von Familien und einer kinderfreundlicheren Gesellschaft auf. "Wo Kinder willkommen sind und Familien Rückhalt erfahren, wächst nicht nur persönliches Glück und Lebenssinn, sondern auch Hoffnung auf ein gesellschaftliches Leben im Miteinander und Füreinander", heißt es in der Erklärung wörtlich, in der die Bischöfe auch zu einer stärken Väterbeteiligung bei der Care-Arbeit aufrufen.

 

Die Bischöfe mahnen weiters im Blick auf die geplanten Budgetkonsolidierung besondere Rücksicht auf armutsgefährdete Menschen ein. Ziel müsse bleiben, Armut zu verringern und den Druck auf Betroffene nicht weiter zu erhöhen - auch auf internationaler Ebene, so die Bischöfe in einer weiteren Erklärung. So plädiert die Bischofskonferenz, bei Budgeteinsparungen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit "maßvoll" vorzugehen, um bewährte und international anerkannte Programme "nicht nachhaltig zu beschädigen".

 

In einer weiteren Erklärung hoben die Bischöfe die Bedeutung und Akzeptanz des konfessionellen Religionsunterrichts in Österreich hervor. "Gerade in einer diversen Gesellschaft, in der es darum geht, das Miteinander zu leben, ist er als Lernort für Pluralität unverzichtbar", so die Bischöfe. Mehr als 90 Prozent der katholischen Schülerinnen und Schüler besuchen den Unterricht; knapp 40.000 melden sich zum Freifach Religion an, obwohl sie keiner Religionsgemeinschaft angehören.

 

"Der Heilige Geist überrascht"

 

Mit dem Satz "Was vom Heiligen Geist kommt, kann das Kirchenrecht nicht aufhalten" hatte der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl in seiner Predigt beim Festgottesdienst im Rahmen der Frühjahrsvollversammlung für Aufsehen gesorgt. Er könne diesen Satz nur voll und ganz unterstreichen, sagte am Freitag Erzbischof Lackner bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Vollversammlung. Es sei auch seine Erfahrung, "dass der Heilige Geist überrascht", wenn auch nicht immer so, wie man dies vielleicht erwarten würde.

 

Auf das diese Woche veröffentlichte vatikanische Frauendokument angesprochen, in der die Klärung der Frauenfrage in der katholischen Kirche als dringlich beschrieben wird, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, dass sich die Bischöfe damit noch nicht eingehender hätten befassen können. Lackner sprach ganz grundsätzlich von einem "organischen Wandlungsprozess" und einem "ernst zu nehmenden Aufbruch", es gehe jedenfalls - wenn auch langsam - etwas voran.

 

Wie Lackner weiter sagte, halte er die Frauenfrage derzeit für dringlicher als etwa jene des Pflichtzölibats. Inwieweit es auch mehr weibliche Beteiligung im Rahmen der Vollversammlungen der Bischofskonferenz geben könnte, über die Einladung als Gäste oder Expertinnen bei Studientagen hinaus, ließ Lackner - vorsichtig optimistisch - offen.

 

"Mein eigener Wunschkandidat bin ich nicht"

 

Schließlich kam der Erzbischof auf Anfrage auch noch auf die anstehende Wahl des Vorsitzenden der Bischofskonferenz für die nächste Funktionsperiode zu sprechen. Die Wahl steht bei der Sommervollversammlung im Juni in Mariazell an. "Mein eigener Wunschkandidat bin ich nicht", so Lackner wörtlich. Der Vorsitzende werde aber gewählt und diese Wahl gelte es ernst zu nehmen. Er wolle jedenfalls "verfügbar" sein.

 

Abgesehen von der Wahl des Vorsitzenden haben die Bischöfe bereits jetzt die inhaltlichen Zuständigkeiten innerhalb der Bischofskonferenz für die nächsten fünf Jahre durch Wahl festgelegt und auch neu geordnet. Die wichtigste Änderung betrifft demnach die Schaffung von drei neuen "Bischöflichen Kommissionen" für die Bereiche "Pastoral und Liturgie", "Gesellschaft und Soziales" sowie "Ökumene und Weltkirche". Die komplette Übersicht über alle Kommissionen, Referate bzw. die Zuständigkeiten und Mitgliedschaften der einzelnen Bischöfe findet sich auf: www.bischofskonferenz.at.

 

 

Quelle: kathpress (13.03.2026)

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Neuer Erzbischof von Wien Josef Grünwidl

 

Am 24. Jänner 2026 wurde Josef Grünwidl zum neuen Erzbischof von Wien geweiht und in sein Amt eingeführt.

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  • Nationale Synthese zum Synodalen Prozess (21. September 2022)
  • Appell der Österreichischen Bischofskonferenz zur Aufnahme von Geflüchteten (22. Dezember 2021)
  • "Schützen. Heilen. Versöhnen." - Erklärung zur Debatte um eine temporäre Impfpflicht (7. Dezember 2021)
  • Stellungnahme zum Sterbeverfügungsgesetz (12. November 2021)
  • Einladendes Wort der Bischöfe zum synodalen Prozess (Oktober 2021)
  • Assistenz zum Leben und nicht Hilfe zur Selbsttötung (Juni 2021)

 

Presseerklärungen

 

Hier finden Sie die Presseerklärungen der Vollversammlungen der Bischofskonferenz seit 1991 im Wortlaut.

 

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  • Linz: Schulseelsorgetagung nahm Gewaltprävention in den Fokus
  • St. Pölten: Generalsanierung des Doms geht in nächste Etappe
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Der verantwortungsvolle Umgang mit Geld ist für Mission und Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche eine selbstverständliche Verpflichtung aus dem Evangelium. Ausdruck davon ist die 2017 von der Österreichischen Bischofskonferenz beschlossene

„Richtlinie Ethische Geldanlagen“ (FinAnKo).

 

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