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Lackner zu Kirchenreformen: "Der Heilige Geist überrascht"

Vorsitzender der Bischofskonferenz nimmt bei Pressekonferenz zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung zu Frauenfrage, synodalen Prozessen, Sparvorhaben der Regierung und konfessionsübergreifenden Religionsunterricht Stellung

Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz bei der Pressekonferenz zur Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe am 13. März 2026 in Wien

 

"Was vom Heiligen Geist kommt, kann das Kirchenrecht nicht aufhalten." - Mit diesen Satz sorgte der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl in seiner Predigt beim Festgottesdienst im Rahmen der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz für Aufsehen. Er könne diesen Satz nur voll und ganz unterstreichen, so Erzbischof Franz Lackner, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, am Freitag in Wien auf Anfrage bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Vollversammlung. Es sei auch seine Erfahrung, "dass der Heilige Geist überrascht", wenn auch nicht immer so, wie man dies vielleicht erwarten würde.

 

"Dass nach Papst Benedikt Papst Franziskus kam, das war eine Überraschung des Heiligen Geistes, ebenso die Wahl von Papst Leo. Das war nicht berechenbar." Und dass es etwa auch Überraschung im Blick auf Frauen in der Kirche gebe wird, sei sicher möglich, so Lackner, und er persönlich werde sich sicher nicht gegen Veränderungen stellen.

 

Frauenfrage dringlich

 

Auf das diese Woche veröffentlichte vatikanische Frauendokument angesprochen, in der die Klärung der Frauenfrage in der katholischen Kirche als dringlich beschrieben wird, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, dass sich die Bischöfe damit noch nicht eingehender hätten befassen können. Lackner sprach ganz grundsätzlich von einem "organischen Wandlungsprozess" und einem "ernst zu nehmenden Aufbruch", es gehe jedenfalls - wenn auch langsam - etwas voran.

 

Wie Lackner weiter sagte, halte er die Frauenfrage derzeit für dringlicher als etwa jene des Pflichtzölibats. Inwieweit es auch mehr weibliche Beteiligung im Rahmen der Vollversammlungen der Bischofskonferenz geben könnte, über die Einladung als Gäste oder Expertinnen bei Studientagen hinaus, ließ Lackner - vorsichtig optimistisch - offen.

 

Angesprochen auf das Thema Synodalität in der Kirche erinnerte der Erzbischof daran, dass in der Kirche in Österreich auf vier Ebenen gearbeitet wird. Es gehe um die Stärkung der Synodalität in den Diözesen, die Erarbeitung unterstützender Maßnahmen auf nationaler Ebene, die Stärkung der Synodalität in der Bischofskonferenz und ihren Einrichtungen sowie die Weiterentwicklung des Themas auf kontinentaler Ebene. Dazu kämen eigentlich auch noch als fünfte Ebene die Erfahrungen aus den Partnerdiözesen der österreichischen Kirche in aller Welt. Lackner: "Es ist einiges los. Es wird viel gesät, was vielleicht erst später einmal dann geerntet werden kann."

 

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Gegen massive EZA-Kürzungen

 

Besorgt zeigte sich der Erzbischof über die von der Regierung geplanten Budgetkürzungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, die u.a. die kirchliche Organisation "Horizont 3000" massiv treffen und diese bzw. weitere kirchliche Hilfsorganisationen in ihrer Existenz gefährden würden; und infolge natürlich auch viele Projekte weltweit nicht mehr möglich machten. Man suche vonseiten der Bischöfe stets das Gespräch mit den politisch Verantwortlichen, zeigte sich Lackner hoffnungsvoll, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei.

 

Eine Lanze brach der Bischofskonferenz-Vorsitzende einmal mehr für den konfessionellen Religionsunterricht, zugleich zeigte er sich vom Potenzial kirchenübergreifender, ja sogar religionsübergreifender Projekte bzw. Modelle überzeugt. Allen Religionen gemeinsam sei es ein Anliegen, das "Gespür für das Transzendente wachzuhalten". Zudem müsse es gerade auch im Religionsunterricht darum gehen, "Gemeinsamkeit und Unterschiedenheit einzuüben".

 

Lackner neuer "Medienbischof"

 

Auf sein neues Amt als "Medienbischof" angesprochen meinte Lackner, er wolle gerne gemeinsam mit kirchlichen Medienleuten darüber nachdenken, "womit man als Kirche Schlagzeilen machen will". Jungen Leuten gebe er bei Gesprächen oft den Rat: "Gib Gott in deinem Leben eine Chance." - Vielleicht wäre dies auch ein erster medialer Ansatz: "Gott in unserer Zeit eine Chance geben."

 

Schließlich kam der Erzbischof auf Anfrage auch noch auf die anstehende Wahl des Vorsitzenden der Bischofskonferenz für die nächste Funktionsperiode zu sprechen. Die Wahl steht bei der Sommervollversammlung im Juni in Mariazell an. "Mein eigener Wunschkandidat bin ich nicht", so Lackner wörtlich. Der Vorsitzende werde aber gewählt und diese Wahl gelte es ernst zu nehmen. Er wolle jedenfalls "verfügbar" sein.

 

 

Quelle: kathpress (13.03.2026)

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