"Stopp dem Krieg!"- Bischöfe fordern Frieden im Nahen Osten

Österreichs Bischöfe sind erschüttert über das Leid, dass der Iran-Krieg für den Nahen Osten und die Region der Golfstaaten gebracht hat. Sie warnen in einer Erklärung zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung in St. Johann bei Herberstein vor einem noch größeren Flächenbrand, wenn die Kampfhandlungen nicht bald ein Ende nehmen. "Stopp dem Krieg!" lautet demgemäß auch der Aufruf der Bischöfe.
"Alle Menschen im Nahen Osten haben ein Recht auf ein Leben in Frieden, Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit und in Achtung ihrer unveräußerlichen Würde", so die Bischöfe wörtlich. Der Weg dorthin sei möglich, jeder Krieg hingegen ein schwerer Rückschlag. "Krieg allein ist keine Lösung und kann keine Demokratie herstellen, sondern er legt meist die Saat für noch größeren Hass und neue Gewalt", heißt es in der Erklärung wörtlich.
Die Bischöfe fordern die politisch und militärisch Verantwortlichen auf, den Hilfswerken der Vereinten Nationen und allen anderen humanitären Werken uneingeschränkt Zugang zu den Menschen in Not zu gewähren und das Völkerrecht zu achten. Mit höchster Besorgnis stelle man eine weitere Erosion des Völkerrechts fest, "weil militärisch Mächtige es immer weniger achten", so die Bischöfe. Eine auf Gewalt basierende Weltordnung kann aber niemals eine stabile und schon gar keine gerechte und friedliche Ordnung schaffen. Zum Völkerrecht, zur Arbeit internationaler Organisationen und zur Diplomatie gebe es keine Alternative.
Das Mitgefühl und die Gebete der Bischöfe seien "bei den unfassbar vielen Opfern und ihren Angehörigen der friedlichen Demonstrationen zum Jahresbeginn im Iran" und ebenso bei den zivilen Opfern und ihren Angehörigen der aktuellen Kampfhandlungen. Die Sorge der Bischöfe gilt in besonderer Weise aber auch den christlichen Gemeinschaften in den vom Krieg betroffenen Ländern. In Konflikten und Kriegen würden immer die Minderheiten zuerst unter die Räder kommen. Die Warnungen der katholischen Nahost-Patriarchen und Bischöfe vor einem weiteren Exodus der Christen aus ihrer Heimat müssten ernst genommen werden. "Christliches Leben, das seit der Urkirche über zwei Jahrtausende bestanden hat, droht gänzlich zu verschwinden", heißt es in der Erklärung.
Die Bischöfe danken zudem der österreichischen Bundesregierung für alle Bemühungen auf bilateraler oder multilateraler Ebene, um der Gewalt im Nahen Osten ein Ende zu setzen. Dazu gehöre neben den diplomatischen Mitteln auch die Ausweitung der humanitären Hilfe. Die Bischöfe rufen zudem zum Spenden und zum beharrlichen Gebet und Fasten für den Frieden.

"Auf die Ukraine nicht vergessen!"
Bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Bischofskonferenzvollversammlung am Freitag in Wien betonte Erzbischof Franz Lackner, dass neben dem Krieg im Nahen Osten auch andere Kriege und Konflikte nicht vergessen werden dürften. So wüte etwa der Krieg gegen die Ukraine nun schon seit mehr als vier Jahren. "Er ist und bleibt ein großes Unrecht, ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht", so der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Im härtesten Winter seit Jahren hätten unter den Angriffen auf die Infrastruktur vor allem Zivilisten, einfache Menschen, gerade die Schwächsten zu leiden. Lackner wörtlich: "Dieser Krieg darf nicht in Vergessenheit geraten! Ziel muss ein gerechter und dauerhafter Friede sein."
Auf Anfrage nahm Erzbischof Lackner auch zur schwierigen Situation der Armenisch-apostolischen Kirche Stellung und zeigte sich über die jüngsten Vorgänge sehr besorgt. Bei der letzten Herbstvollversammlung hatten die österreichischen Bischöfe ihre Solidarität mit der Kirche in Armenien bekundet, die politisch in Armenien schwer unter Druck steht. Im Februar fand in St. Pölten eine Versammlung der armenischen Bischöfe statt, zu der aber das Kirchenoberhaupt Katholikos Karekin II. und weitere Bischöfe nicht kommen konnten, weil die armenischen Behörden ein Ausreiseverbot verhängt hatten. Einige Bischöfe befinden sich zudem in Haft. "Armenien darf nicht vergessen werden", so Erzbischof Lackner wörtlich bei der Pressekonferenz in Wien.
Quelle: kathpress (13.03.2026)





