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Berg-Karabach: Bischöfe drängen auf verstärkte Friedensbemühungen

Erklärung der Österreichischen Bischofskonferenz: "Echte Friedenslösung in der Region" sowie Schutz und Hilfe für Zivilbevölkerung vordringlich

 

 

Österreichs Bischöfe drängen auf einen dauerhaften Frieden im Südkaukasus in der umkämpften Region Berg-Karabach (Artsach), wie sie in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz festhalten. Zum einen hoffen die Bischöfe sehr, dass der nun ausgehandelte Waffenstillstand hält und verweisen in der Erklärung u. a. auch auf die Rolle der OSZE für den Frieden in der Region. Zum anderen rufen sie zur verstärkten Hilfe für die Kriegsopfer bzw. Flüchtlinge auf.

 

Die heimischen Bischöfe weisen auf die historischen Verbindungen Österreichs mit dieser kulturell so bedeutsamen "Region des größeren Europa" hin und heben auch die besondere Beziehung zu den geistlichen Verantwortungsträgern im Südkaukasus hervor, insbesondere zum armenisch-apostolischen Katholikos-Patriarchen Karekin II., der in Wien studiert hat. Die Bischöfe machen sich sowohl dessen Friedensappell wie auch den von Papst Franziskus zu eigen.

 

Wörtlich heißt es in der Stellungnahme der Bischöfe: "Die österreichischen Bischöfe hoffen, dass eine echte Friedenslösung in der Region zustande kommt. Sie sind überzeugt, dass der Schutz der Zivilbevölkerung - samt der Bewahrung der Gotteshäuser - vordringliche Bedeutung hat. Die bereits eingeleiteten humanitären Maßnahmen für die vielfach zur Flucht gezwungene Zivilbevölkerung müssen fortgesetzt und intensiviert werden."

 

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Unklare Lage im Konfliktgebiet

 

Nach sechswöchigen Gefechten, bei denen Aserbaidschan, mit militärischer Unterstützung der Türkei, Teile Berg-Karabachs unter Kontrolle bringen konnte, wurde unter Vermittlung Russlands am Montag ein Waffenstillstand ausgehandelt. Die Einhaltung der Waffenruhe kontrollieren Soldaten Russlands, wobei die Lage nach wie vor unübersichtlich ist. Die Türkei vermeldete am Mittwoch, dass man gemeinsam mit Russland ein Zentrum zur Überwachung der Waffenruhe zwischen Aserbaidschan und Armenien einrichte; und zwar in Berg-Karabach "auf von der Besatzung befreitem aserbaidschanischem Gebiet". Die Türkei werde sich zusammen mit Russland an Friedenskräften beteiligen, um die Umsetzung der Waffenruhe zu beobachten.

 

Russland wies diese Darstellung aber umgehend zurück. Das Zentrum zum Monitoring der Waffenruhe werde auf aserbaidschanischem Gebiet und nicht in Berg-Karabach angesiedelt sein. Die Türkei werde auch keine Friedenstruppen entsenden.

 

In Armenien kam es in Folge der Vereinbarung der Waffenruhe zu heftigen Protesten und Ausschreitungen. Der Unmut richtet sich vor allem dagegen, dass das von der aserbaidschanischen Armee gewonnene Gelände unter Kontrolle Aserbaidschans bleiben soll. Dazu gehört auch Schuschi, die zweitgrößte Stadt Berg-Karabachs. Bis zum 1. Dezember sollen zudem weitere Gebiete unter aserbaidschanische Kontrolle kommen.

 

Armeniens Ministerpräsident Nikol Paschinian begründet seine Zustimmung zu der Waffenruhe-Vereinbarung damit, dass die eigene Armee ihn dazu gedrängt habe. Die Anführer in Berg-Karabach argumentieren, es habe das Risiko bestanden, dass die rasch vorrückenden aserbaidschanischen Soldaten nach dem Fall Schuschis das gesamte Gebiet unter ihre Kontrolle bekommen.

 

In Berg-Karabach, einer Enklave in Aserbaidschan, leben überwiegend christliche Armenier. Völkerrechtlich gehört die Region im Südkaukasus zum mehrheitlich islamischen Aserbaidschan, von dem es sich aber 1991 losgesagt hatte. International ist das nicht anerkannt.

 

 

Quelle: kathpress (13.11.2020)

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