Kapellari: "'Vertrag von Lissabon' ist ein großer Fortschritt"
Graz, 01.12.2009 (KAP) "Der 'Vertrag von Lissabon' ist ein großer weiterer Schritt für die Integration der Europäischen Union. Die katholische Kirche begleitet und fördert diesen Integrationsprozess seit vielen Jahren in konstruktiver Zusammenarbeit und in kritischer
Solidarität": Dies betonte der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari, der den österreichischen Episkopat in der "Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raumes" (ComECE) vertritt, am Dienstag im Hinblick auf das Inkrafttreten des "Vertrags von Lissabon".
Besonders erfreulich sei auch, dass der bisher faktische Dialog der Kirchen mit der Europäischen Union durch den "Lissabon Vertrag" eine neue Qualität erhält. Denn mit Artikel 17 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU erkenne die Union die Identität und den spezifischen Beitrag der Kirchen an und führe auf dieser Grundlage einen "offenen, transparenten und regelmäßigen" Dialog mit ihnen.
Sehr positiv sei, dass mit dem "Vertrag von Lissabon" die Charta der Grundrechte der Europäischen Union rechtsverbindlich wird, unterstrich Bischof Kapellari. Bedauerlich bleibe, dass der neue Vertrag weder auf Gott noch auf die christlichen Wurzeln des Kontinents Bezug nimmt.
Demgegenüber sei festzuhalten, dass die christlichen Kirchen weite Teile der Zivilgesellschaft in Europa tragen und beseelen. Mit dem "Vertrag von Lissabon" anerkenne die EU dieses vielfältige Wirken der Kirchen. "Die Union schafft neue Möglichkeiten, um gemeinsam mit den Kirchen das Zusammenleben der Menschen in Friede, Freiheit und Gerechtigkeit zu fördern", sagte Bischof Kapellari wörtlich.